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Nachtandachten
Ich taumle und ich wanke
ganz bestimmt nicht von Alkohol
ich spüre wie ich erkranke
und fühle mich dabei endlos wohl
Es frisst mich von innen
ganz langsam aber beständig
ich höre die Zeit verrinnen
und der Gedanke macht mich lebendig
Die Grenze will ich erfahren
und vielleicht auch überschreiten
die Ideale will ich bewahren
und schmücken mit Nichtigkeiten
Der Grund lebendig zu bleiben
liegt verborgen in dieser Zeremonie
nicht im tiefsten Schweigen
finde ich die verdiente Harmonie
Ich finde sie nur im Schmerz
wenn keiner mehr Fragen stellt
noch schlägt mein Herz
doch wie lang verweilt die Welt?
Gespeichert unter: Abschied, Einsamkeit, Erinnerung, Gedichte, Liebe, Tod
Die letzte Kerze
Als diese eine letzte Kerze erlosch
gingst Du die Straße runter. Fort.
Verlassen hast Du mich, gib’s zu.
Die Schuld daran lässt mich nicht in Ruh.
Sie frisst mich auf, Tag aus, Tag ein.
Gepaart mit dem Wunsch bei Dir zu sein.
Gemischt mit dem Gefühl dass Liebe vergeht.
Und der Gewissheit, dass Du es verstehst.
Auf Deinem Stein steht kein weises Wort.
Nur die Bemerkung, dass Du weg bist. Fort.
Für immer. So scheint es auf den ersten Blick.
Aber ich glaube daran: Du kommst zurück.
Oder zumindest daran, dass wir uns wiedersehen.
Obwohl ich weiß: Sehr viel Zeit wird vergehen.
Jedes Jahr werden wieder Tränen fließen.
Und sich in den Ozean zu Dir ergießen.
Doch den Fehler mache ich kein zweites Mal.
Diese eine Kerze wird brennen. Der Rest ist egal.
Auch wenn ich dafür alles hergeben muss.
Diese eine letzte Kerze brennt bis zum Schluss.